Newsbereich

Fluch oder Segen – Was bedeutet eine Fortsetzung der Großen Koalition für die Pflegebranche?

Der Koalitionsvertrag zwischen der Union und der SPD steht. Dauerten die Verhandlungen über die letzten Details noch länger als erwartet, waren sich die Parteien schon deutlich früher über die Eckpfeiler der künftigen Pflegepolitik einig. Im Zentrum steht die bessere Bezahlung der Pflegefachkräfte und die schnelle Schaffung neuer Fachkraftstellen

Weiter lesen

Das Projekt PFLEGEprevent läuft an

Kaum eine Branche in Deutschland ist durch den gegenwärtigen Fachkräftemangel so stark betroffen wie die Pflege. Darüber hinaus steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland rapide. Das Ergebnis ist, dass diese gegenläufige Entwicklung zu einer erhöhten Stressbelastung der eingesetzten Pflegefachkräfte führt. Um einer chronischen Überlastung entgegenzuwirken, hat der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der Bayerische Heilbäder-Verband und der Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der LMU München das Pilotprojekt PFLEGEprevent zur betrieblichen Gesundheitsförderung auf den Weg gebracht.

Weiter lesen

Das Interview mit Dr. Hanno Heil, 1. Vorsitzender des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD)

Heil_VKAD

1. Um geeignetes Personal für die Pflege zu gewinnen, fordert ihr Verband, die Arbeits- und Rahmenbedingungen für die Pflegeberufe zu verbessern. Welche konkreten Maßnahmen schlagen Sie in diesem Zusammenhang vor?

Die seitens der Bundesregierung im Dezember 2012 gestartete „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ hat erfolgreich an den Rahmenbedingungen der Berufe in der Altenpflege gearbeitet. Ihr Erfolg beruhte darauf, dass hier alle wesentlichen Akteure, Bund, Länder, Arbeitsagentur, Leistungserbringer, Berufsverbände an einem Tisch zusammengeführt wurden. Dieser Tisch muss wieder neu zusammenkommen, natürlich vor dem Hintergrund des neuen Pflegeberufsgesetzes, aber mit einem spezifischen Blick auf die Berufe in der Langzeitpflege. Wir könnten dort z.B. das Thema der vorbehaltenen medizinisch-pflegerischen Aufgaben der Pflegefachkräfte wieder aufgreifen.

Weiter lesen

Das Thema Pflege in den Sondierungsverhandlungen – eine Bestandsaufnahme

Die Sondierungsverhandlungen zwischen SPD und Union sind beendet worden. Das Ergebnis ist ein 28-seitiges Papier, das die Kernpositionen der Parteien zu unterschiedlichen Politikfeldern enthält. Auch die Pflege spielt darin eine entscheidende Rolle.

In der finalen Fassung des Sondierungspapiers ist das gemeinsame Ziel von SPD und Union formuliert, die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im Pflegesektor „sofort und spürbar zu verbessern“.  Dafür werden „Sofortmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung in der Altenpflege und im Krankenhausbereich ergriffen und zusätzliche Stellen zielgerichtet gefördert”. 8.000 neue Fachkraftstellen sollen geschaffen werden. Ziel ist es, die Bezahlung der Altenpfleger nach Tarif zu stärken und mithilfe der Tarifpartner eine flächendeckende Anwendung der Tarifverträge in Deutschland zu erreichen. Neben den Sofortmaßnahmen streben die Parteien weitere Schritte an. Dazu gehören eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine bessere Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften. Ebenfalls zu entwickeln seien neue verbindliche Personalbemessungsinstrumente. Die Situation der Altenpflege soll durch die „Konzentrierte Aktion Pflege“ bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Diese Aktion beinhaltet besonders die Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

Weiter lesen

Das Interview mit Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK)

Wagner_DBfK

1. Ihr Verband setzt auf die Förderung des Community Health Nursing. Was genau verbirgt sich dahinter und wie kann dieser Ansatz zu einer verbesserten Versorgung pflegebedürftiger Menschen beitragen?

Hintergrund für Community Health Nursing (CHN) sind die sich verändernden Versorgungsbedarfe in Deutschland. Wir werden immer älter, immer mehr Menschen leben alleine, es gibt eine Landflucht und soziale Faktoren spielen eine immer größere Rolle bei der Entstehung von Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Das bedeutet, die aktuellen Angebote reichen qualitativ und quantitativ nicht mehr aus. Das Leistungsspektrum in der Primärversorgung muss erweitert werden. Insbesondere chronisch kranke Menschen benötigen andere Versorgungsangebote, die Begleitung im Kranksein bieten. Es werden Schulungen, Beratungen und Edukation benötigt, Anleitung zum Selbstmanagement und die Vermittlung von Copingstrategien. CHN ist eine international verbreitete und bewährte Rolle der professionellen Pflege in der Primärversorgung. Speziell dafür ausgebildete Pflegefachpersonen arbeiten zum Beispiel in strukturschwachen Regionen in Versorgungszentren interdisziplinär mit anderen Gesundheitsberufen zusammen, um die Versorgung sicherzustellen. Das reicht vom Assessment des Gesundheitszustandes bis hin zur pflegerischen Versorgung bei spezifischen Patientengruppen oder Pflegebedürftigkeit. In Ballungszentren sind es eher soziale Brennpunkte und soziale Einflüsse auf Gesundheit als Ursache von Unterversorgung. Hier wäre eine Anbindung z. Bsp. an das Quartiersmanagement sinnvoll. In diesem Kontext ist auch über die Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen zu diskutieren, damit eine möglichst effiziente und kontinuierliche Versorgung gewährleistet ist.

Weiter lesen

Das Interview mit Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB)

Knieling_Thomas

1. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs war ein wichtiger Bestandteil der Pflegereform. Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Pflegebedürftigkeitsbegriff in der Praxis bewährt?

Hier lohnt ein differenzierter Blick. Als Grundlage für die fachliche Einschätzung des Umfangs von Pflegebedürftigkeit hat sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff bewährt. Vor allem Pflegebedürftige mit geistigen Einschränkungen profitieren. Im Hinblick auf die leistungsrechtlichen Folgen aus den neuen Pflegegraden ist das Fazit nicht so positiv, denn die Einstufungspraxis der Medizinischen Dienste ist eher zurückhaltend und der Gesetzgeber hat durch die Ausgestaltung der Leistungsbeträge Pflegebedürftige in niedrigen Pflegegraden vor allem bei stationärer Versorgung deutlich benachteiligt. Inwieweit das viel zitierte neue Pflegeverständnis in der Praxis tatsächlich Einzug halten kann, ist nicht nur eine Frage angepasster Einrichtungskonzepte und Mitarbeiterfortbildungen, sondern im ambulanten Bereich vor allem auch eine Frage der Bereitschaft von Pflegekassen auf Landesebene, entsprechende Rahmenverträge und Vergütungsvereinbarungen abzuschließen. Insgesamt bleibt also abzuwarten, ob alle beabsichtigten Effekte auch eintreten werden.

Weiter lesen

Das Interview mit Miriam von Bardeleben, Verlagsleiterin und Gastgeberin des Zukunftstags ALTENPFLEGE 2018

MvB

1. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher auf dem Zukunftstag 2018?

Im Verlauf des Messekongresses „Zukunftstag ALTENPFLEGE“ vom 6. bis 8. März 2018 erhalten Sie von unseren Experten eine grundlegende Darstellung zu allen aktuell relevanten Themen der Pflege. Es erwartet Sie ein informativer Überblick über die derzeitige Situation der Pflege und die Vorhaben der neuen Bundesregierung. Diskutieren Sie diese wichtigen Neuerungen, Weichenstellungen und Maßnahmen mit führenden Fachleuten und Praktikern aus der Altenhilfe, die im Kongresszentrum und in den Messehallen zu einem intensiven Austausch mit Ihnen bereit sind.

Weiter lesen

Das Interview mit Dr. Bodo de Vries, neuer Vorstandsvorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP)

de Vries_Bodo

1. Mit der Generalistik werden die drei Pflegeberufe eine einheitliche Ausbildung bekommen. Halten Sie dies für den richtigen Weg?

Der eingeschlagene Weg ist richtig. Die gesetzgeberische Umsetzung ist jedoch nicht zielführend. Eine Übergangslösung zu beschließen, in der neben der generalistischen weiterhin die bisherigen drei Ausbildungen parallel möglich sind, also die der spezialisierten Altenpflege und der Generalistik, und die notwendige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APO) vom neuen Bundestag mit offenem Ausgang erst in 2018 beschließen zu lassen, ist sowohl für die Pflegeschulen wie für die Ausbildungsbetriebe sehr problematisch. Auf was sollen Schulen und Betriebe sich einstellen? Ein fundiertes, auf die APO aufbauendes Curriculum schüttelt keine Schule einmal eben aus dem Ärmel.  Gerade in den dezentralen und wohnortnahen Pflegeschulen wird es kaum möglich sein, mehrere Ausbildungsgänge (Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Generalistik) parallel, insbesondere mangels ausreichender Teilnehmerzahlen, durchzuführen.  Aus der Perspektive junger Menschen, die sich für diese Ausbildung entscheiden sollen, wirken diese Fragestellungen und politischen Auseinandersetzungen wenig motivierend und bedürfen einer sehr zeitnahen klaren Orientierung.

Weiter lesen

Privacy Preference Center

google

Google Analytics

_ga,_gid

piwik

Matomo

_pk_id,_pk_ses