Hier finden Sie alle News zum Zukunftstag ALTENPFLEGE 2018

17.1.2018 – Das Interview mit Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK)

Wagner_DBfK

1. Ihr Verband setzt auf die Förderung des Community Health Nursing. Was genau verbirgt sich dahinter und wie kann dieser Ansatz zu einer verbesserten Versorgung pflegebedürftiger Menschen beitragen?

Hintergrund für Community Health Nursing (CHN) sind die sich verändernden Versorgungsbedarfe in Deutschland. Wir werden immer älter, immer mehr Menschen leben alleine, es gibt eine Landflucht und soziale Faktoren spielen eine immer größere Rolle bei der Entstehung von Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Das bedeutet, die aktuellen Angebote reichen qualitativ und quantitativ nicht mehr aus. Das Leistungsspektrum in der Primärversorgung muss erweitert werden. Insbesondere chronisch kranke Menschen benötigen andere Versorgungsangebote, die Begleitung im Kranksein bieten. Es werden Schulungen, Beratungen und Edukation benötigt, Anleitung zum Selbstmanagement und die Vermittlung von Copingstrategien. CHN ist eine international verbreitete und bewährte Rolle der professionellen Pflege in der Primärversorgung. Speziell dafür ausgebildete Pflegefachpersonen arbeiten zum Beispiel in strukturschwachen Regionen in Versorgungszentren interdisziplinär mit anderen Gesundheitsberufen zusammen, um die Versorgung sicherzustellen. Das reicht vom Assessment des Gesundheitszustandes bis hin zur pflegerischen Versorgung bei spezifischen Patientengruppen oder Pflegebedürftigkeit. In Ballungszentren sind es eher soziale Brennpunkte und soziale Einflüsse auf Gesundheit als Ursache von Unterversorgung. Hier wäre eine Anbindung z. Bsp. an das Quartiersmanagement sinnvoll. In diesem Kontext ist auch über die Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen zu diskutieren, damit eine möglichst effiziente und kontinuierliche Versorgung gewährleistet ist.

2. Sie fordern, dass Arbeitsplätze so gestaltet sein müssen, dass eine lebenslange Berufsausübung und ein gesundes Erreichen des Rentenalters möglich sind. Wo würden Sie hier ansetzen?

Zentrale Anforderung ist hier, dass wir besser ausgestattete Stellenpläne brauchen. Es ist vor allem Überlastung, die die Pflegefachpersonen krank macht oder aus dem Beruf treibt. Wir benötigen auch mehr Karrierechancen in pflegerischen Rollen nahe am Bewohner/Patienten. Karrieren, die es erlauben, die im Lauf des Berufslebens erworbene Erfahrung und Kompetenzen, sinnvoll einzubringen. Und nicht zuletzt ist Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz endlich ernst zu nehmen. Bei all diesen Aspekten haben wir kein Erkenntnisproblem sondern ein Umsetzungsproblem. Es braucht den Willen von Politik, Trägern und Kostenträgern etwas zu verändern. Und die Pflegenden selber müssen deutlicher einfordern was sie brauchen.

3. Was erhoffen Sie sich vom Zukunftstag ALTENPFLEGE?

Vom Zukunftstag Altenpflege erhoffe ich mir viele neue Informationen und Begegnungen, Impulse für die weitere Arbeit und nicht zuletzt eine Botschaft in die Gesellschaft hinein, dass Pflege ein tolles Berufsfeld ist aber die Gesellschaft das endlich durch Bereitstellung von Ressourcen auch materiell anerkennen muss.

 

13.12.2017 – Das Interview mit Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V. (VDAB)

Knieling_Thomas

1. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs war ein wichtiger Bestandteil der Pflegereform. Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Pflegebedürftigkeitsbegriff in der Praxis bewährt?

Hier lohnt ein differenzierter Blick. Als Grundlage für die fachliche Einschätzung des Umfangs von Pflegebedürftigkeit hat sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff bewährt. Vor allem Pflegebedürftige mit geistigen Einschränkungen profitieren. Im Hinblick auf die leistungsrechtlichen Folgen aus den neuen Pflegegraden ist das Fazit nicht so positiv, denn die Einstufungspraxis der Medizinischen Dienste ist eher zurückhaltend und der Gesetzgeber hat durch die Ausgestaltung der Leistungsbeträge Pflegebedürftige in niedrigen Pflegegraden vor allem bei stationärer Versorgung deutlich benachteiligt. Inwieweit das viel zitierte neue Pflegeverständnis in der Praxis tatsächlich Einzug halten kann, ist nicht nur eine Frage angepasster Einrichtungskonzepte und Mitarbeiterfortbildungen, sondern im ambulanten Bereich vor allem auch eine Frage der Bereitschaft von Pflegekassen auf Landesebene, entsprechende Rahmenverträge und Vergütungsvereinbarungen abzuschließen. Insgesamt bleibt also abzuwarten, ob alle beabsichtigten Effekte auch eintreten werden.

2. Welche Erwartungen und Forderungen richten Sie an die nächste Bundesregierung? Wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?

Trotz der Jahrhundertreform der Pflegeversicherung durch die Pflegestärkungsgesetze sind aus unserer Sicht die zentralen Herausforderungen noch nicht gelöst, damit jeder, der professionelle Pflege braucht, sie in Zukunft auch bekommen kann.

  1. Die nachhaltige Finanzierbarkeit von professioneller Pflege für Pflegebedürftige ist nicht gesichert. Wir plädieren dafür, dass die Pflegeversicherung grundsätzlich alle pflegebedingten Aufwendungen trägt. Das SGB XI sollte dann auch nur zu den finanzierten Leistungen verbindliche Vorgaben zu Inhalt und Qualität macht. Daneben sollte der Markt und der Wettbewerb unter den Anbietern wirken.
  1. Die flächendeckende Versorgung mit professioneller Pflege ist nicht gesichert. Die neue Bundesregierung muss hier dringend Antworten auf die demografischen Herausforderungen geben, denn familiäre, ehrenamtliche und professionelle ambulante Leitungen werden nicht ausreichen. Der Grundsatz ambulant vor stationär kann nur für die individuelle Versorgungskette gelten, keinesfalls aber für die Ausgestaltung des Pflegemarktes.
  1. Selbst bei Mobilisierung aller Ressourcen, wird es in der Zukunft zu Versorgungsengpässen kommen, auch wenn der Anteil der Pflegebedürftigen gleich bleibt. Deshalb muss die neue Bundesregierung ihren Fokus auch auf die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit legen. Vor allem die geriatrische Rehabilitation darf nicht länger ein Schattendasein fristen, sondern muss elementarer Bestandteil der Versorgung werden.
  1. Der bereits eklatante Fachkräftemangel wird sich noch weiter verstärken. Die neue Bundesregierung muss hier auf zwei Feldern dringend aktiv werden. Zum einen muss sie den Altenpflegeberuf auch nach der Reform der Pflegeausbildung attraktiv halten. Durch die Zusammenführung der Pflegeberufe entsteht auch ein Arbeitsmarkt, auf dem die Unternehmen der Altenpflege konkurrenzfähig sein müssen. Es darf keinesfalls dazu kommen, dass die Altenpflege nur das Personal erhält, das ihr Krankenhäuser überlassen. Das ist vor allem eine Frage gleicher Lohnniveaus. Zum anderen braucht es einen Abbau bürokratischer Faktoren die den Mangel verschärfen. Dabei sind vor allem die fachliche Fundierung der Fachkraftquote und die Möglichkeit der Anerkennung von Qualifikationen zentrale Themen.

3. Was hat Sie bewogen, 2018 Partner auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE zu werden?

Für uns als Trägerverband in der Privaten Professionellen Pflege ist die Zukunft der Altenpflege natürlich das elementare Thema. Der Zukunftstag ist die zentrale Plattform für Austausch und Impulse, die wir gerne mit unserem Engagement und unserer Expertise begleiten. Dabei liegt unser Fokus natürlich auch auf der Rolle privater Pflegeunternehmen. Denn ohne private Investitionen werden die Herausforderungen der Zukunft nicht zu bewältigen sein. Das setzt auch politisch die Akzeptanz vom Unternehmertum im Pflegebereich voraus.

4. Welche Vorteile bietet der Zukunftstag ALTENPFLEGE für Sie?

Der Zukunftstag bringt ein Mal im Jahr die Branche zusammen. Der Austausch mit allen, die für professionelle Pflege Verantwortung tragen ist wichtig, um gemeinsam die Altenpflege erfolgreich in die Zukunft auszurichten.

 

11.12.2017 – Das Interview mit Miriam von Bardeleben, Verlagsleiterin und Gastgeberin des Zukunftstags ALTENPFLEGE 2018

MvB

1. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher auf dem Zukunftstag 2018?

Im Verlauf des Messekongresses „Zukunftstag ALTENPFLEGE“ vom 6. bis 8. März 2018 erhalten Sie von unseren Experten eine grundlegende Darstellung zu allen aktuell relevanten Themen der Pflege. Es erwartet Sie ein informativer Überblick über die derzeitige Situation der Pflege und die Vorhaben der neuen Bundesregierung. Diskutieren Sie diese wichtigen Neuerungen, Weichenstellungen und Maßnahmen mit führenden Fachleuten und Praktikern aus der Altenhilfe, die im Kongresszentrum und in den Messehallen zu einem intensiven Austausch mit Ihnen bereit sind.

2. Welche Highlights wird es geben?

Wie in allen Bereichen spielt auch in der Altenhilfe die Digitalisierung eine große Rolle, deren Auswirkungen nur schwer einzuschätzen sind. Kaum ein Thema wird so oft als entscheidendes Zukunftsthema genannt. Neben den Chancen sollen sich die im Rahmen der Umsetzung ergebenden Anforderungen an Anbindung und Umstellung der Prozesse im Pflegealltag und im Management erörtert werden. Wir bieten Ihnen hilfreiche Einblicke und wegweisende Einsichten in die innovativen Entwicklungsmöglichkeiten durch die Digitalisierung im stationären wie im ambulanten Pflegebereich.

3. Wo liegen die thematischen Schwerpunkte im Kongress?

Die Begriffe personenzentriert, bewohnerorientiert, familienfreundlich bedeuten, dass der Mensch im Mittelpunkt der Altenhilfe stehen muss. Das gilt auch für die Mitarbeiter in der Pflege. Unser Messekongress stellt daher die wichtigen Themen Personalstruktur, Fachkräftebindung, Arbeitsbedingungen und Entlohnung in den Vordergrund. Gleichermaßen widmen wir uns dem Thema Qualitätssicherung und dem Problem der Pflegenoten. Kommen Sie mit Ihren eigenen drängenden Fragen nach Hannover, bringen Sie sich in die Diskussion mit unseren zahlreichen Referenten und der großen Zahl der teilnehmenden Fachleute ein. Diskutieren und gestalten Sie mit! Gemeinsam schaffen wir eine zukunftsfähige Basis für eine exzellente, auf die Lebensqualität der Pflegebedürftigen ausgerichtete Altenhilfe in Deutschland. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine erfolgreiche, produktive Zusammenarbeit.

 

28.11.2017 – Das Interview mit Dr. Bodo de Vries, neuer Vorstandsvorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP)

de Vries_Bodo

1. Mit der Generalistik werden die drei Pflegeberufe eine einheitliche Ausbildung bekommen. Halten Sie dies für den richtigen Weg?

Der eingeschlagene Weg ist richtig. Die gesetzgeberische Umsetzung ist jedoch nicht zielführend. Eine Übergangslösung zu beschließen, in der neben der generalistischen weiterhin die bisherigen drei Ausbildungen parallel möglich sind, also die der spezialisierten Altenpflege und der Generalistik, und die notwendige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (APO) vom neuen Bundestag mit offenem Ausgang erst in 2018 beschließen zu lassen, ist sowohl für die Pflegeschulen wie für die Ausbildungsbetriebe sehr problematisch. Auf was sollen Schulen und Betriebe sich einstellen? Ein fundiertes, auf die APO aufbauendes Curriculum schüttelt keine Schule einmal eben aus dem Ärmel.  Gerade in den dezentralen und wohnortnahen Pflegeschulen wird es kaum möglich sein, mehrere Ausbildungsgänge (Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Generalistik) parallel, insbesondere mangels ausreichender Teilnehmerzahlen, durchzuführen.  Aus der Perspektive junger Menschen, die sich für diese Ausbildung entscheiden sollen, wirken diese Fragestellungen und politischen Auseinandersetzungen wenig motivierend und bedürfen einer sehr zeitnahen klaren Orientierung.

2. Ihr Verband sieht die stationäre Pflege gegenüber der ambulanten Pflege im Nachteil. An welchen Stellen äußert sich diese Benachteiligung?

Aus Sicht der Einrichtungen entscheidet heute nicht der Pflege- und Betreuungsbedarf über den richtigen und für die individuellen Bedingungen passenden Wohnort. Vielmehr entscheidend sind die Finanzierungsbedingungen. Die Leistungen der Pflegeversicherung und der Krankenversicherung (Behandlungspflege) sind unterschiedlich, je nach Wohnort ausgestaltet. Unserer Meinung nach, müssen die Leistungsumfänge und die damit verbundenen Finanzierungsverantwortlichkeiten identisch ausgestaltet sein. Dann können die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen das Pflegearrangement wählen, das passt. Zu berücksichtigen ist dabei immer, dass sich im Laufe der Zeit die Passungsfragen ändern können – und in der Regel auch ändern. Ein Unfall oder eine Krankheit kann aus einer guten häuslichen Pflegesituation ein nicht mehr passendes Versorgungssetting machen. Dann muss schnell ein Wechsel, beispielsweise in eine stationäre Einrichtung möglich sein, ohne dass sich durch die Leistungen der Pflegeversicherung Nachteile für die Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörigen entstehen. Daher plädiert der DEVAP für ein echtes Teilkaskosystem der Pflegeversicherung, bei dem nur ein fester Eigenanteil gezahlt wird. Die Kostenunterschiede verbleiben dabei bei den Pflegekassen.

3. Welche Maßnahmen sollte aus Ihrer Sicht die neue Bundesregierung treffen, um diese Diskriminierung zu beseitigen?

Das eben erwähnte echte Pflegeteilkaskomodell ist ein wichtiger Schritt in die Diskriminierungsfreiheit durch die Reduktion des individuellen Kostenrisikos einer Pflegebedürftigkeit. Mit dem echten Pflegeteilkaskomodell wird dem Pflegebedürftigen ein wirkliches, mit Kaufkraft versehenes Pflegebudget zur Verfügung gestellt. Das ermöglicht den lange geforderten Qualitätswettbewerb zwischen den Anbietern, da die Preisunterschiede nicht mehr zu Lasten der Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörigen gehen. Damit könnte übrigens die Politik die von ihr immer wieder geforderten Lohnsteigerungen der Mitarbeitenden in der Pflege ermöglichen, ohne dass es einem Eingriff in die Tarifautonomie bedarf.  Zudem müssen die Sektorengrenzen zwischen ambulant und stationär aufgehoben werden. Dafür ist auch notwendig, dass die Kosten der Behandlungspflege ambulant wie stationär von den Krankenkassen vergütet werden. Bisher ist dies nur in der ambulanten Pflege der Fall.

4. Welchen Mehrwert bietet der Zukunftstag ALTENPFLEGE für die Pflegebranche und was erwarten Sie persönlich von dem Zukunftstag ALTENPFLEGE?

Der Zukunftstag Altenpflege bietet den Akteuren der Altenpflege die Möglichkeit, an einem Ort an drei Tagen die zentralen Zukunftsfragen zu bearbeiten und zu diskutieren. Da keine der Fragen solitär bearbeitet werden kann, bedarf es eben solcher Schmelztiegel, um umfassende und zusammenhängende Antworten zu formulieren bzw. entsprechende Formulierungsvorschläge zu entwickeln.

 

27.04.2017 – ALTENPFLEGE 2017 endet erfolgreich / Messekongress Zukunftstag ALTENPFLEGE bringt Branche zusammen

Mit rund 28.000 Besuchern ist am Donnerstag, 27. April, die ALTENPFLEGE 2017, die Leitmesse der Pflegewirtschaft, erfolgreich zu Ende gegangen. An drei Tagen stellten insgesamt 660 Aussteller zukunftsweisende Innovationen sowie Dienstleistungen aus der Pflegebranche vor. Das Angebot in vier ausgebuchten Messehallen umfasste die Bereiche Raum und Technik, Küche und Ernährung, Textil und Hygiene, Pflege und Therapie, Beruf und Bildung sowie IT und Management.

Miriam von Bardeleben, Verlagsleiterin beim ALTENPFLEGE-Veranstalter Vincentz Network: „Die ALTENPFLEGE ist der Treffpunkt der Pflegebranche und bietet eine umfassende Marktübersicht. Sie ist Trendbarometer und der wichtigste Termin im Jahr – sowohl für das ambulante als auch das stationäre Pflegemanagement.“

Zum ersten Mal in Nürnberg: ALTENPFLEGE connect – vier themenbezogene Foren, auf denen Besucher, Aussteller und Experten sich gezielt zu den vier Themen-Komplexen „Wohnen & Quartier“, „Verpflegung & Hauswirtschaft“, „Pflege & Beruf“ sowie „Arbeitswelten & Prozesse“ austauschen konnten. Ausgewählte Fachreferenten referierten unter dem Motto „Präsentation, Kommunikation, Austausch“ über aktuelle Entwicklungen und Innovationen.

Zufriedenheit auch bei den Ausstellern der ALTENPFLEGE. Holger Lotz, Vertriebsleiter Deutschland Petermann: „Die ALTENPFLEGE bietet die perfekte Bühne, um unsere Produkte Entscheidern und Anwendern zu präsentieren.“ Und Thomas Wötzel, Geschäftsführer BoS & S: „Die ALTENPFLEGE ist die wichtigste Messe des Jahres. Sie schafft es, die Branche zu vereinen, hier treffen wir alle wichtigen Ansprechpartner. Wenn die Branche reist, dann reist sie zur ALTENPFLEGE.“

Neben der Messe ist auch der Messekongress Zukunftstag ALTENPFLEGE am Donnerstag, 27. April, erfolgreich zu Ende gegangen: 100 Referenten, 35 Vortragsblöcke und zwei Sonderveranstaltungen, der „Tag der Wohnungswirtschaft“ und der „Branchentreff außerklinische Intensivpflege“, lockten an den drei Kongresstagen rund 2300 Teilnehmer auf das Messegelände in Nürnberg. Das umfassende Programm, das mit 80 Vorträgen die wichtigsten aktuellen Entwicklungen in der Altenpflege aufgriff, begeisterte die Kongressteilnehmer, die aus ganz Deutschland anreisten. „Ich habe viele praxisnahe Informationen und Anstöße für neue Projekte bekommen. Besonders gefallen hat mir auch der Austausch mit den Kollegen“, resümierte eine Altenpflegerin aus Bad Dürrenberg.

Ebenfalls neu: die START-UP CHALLENGE im Rahmen der Sonderschau „aveneo – Raum für Innovation“. Bewerben konnten sich junge Unternehmen und Gründer, die mit ihrem Start-up-Konzept einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Wachstumsfelds Altenpflege leisten wollen. Eine Expertenjury aus Vertretern der Pflegewirtschaft und Technologie begutachtete die rund 30 Ideen aus sechs Ländern und ermittelten den Gewinner. Ziel der Start-Up Challenge war es, Start-ups mit Entscheidern ins Gespräch zu bringen und den Eintritt in neue Netzwerke für einen erfolgreichen Start in den Markt zu ermöglichen. Gewonnen haben die Start-ups „Caru“ (Monitoring), „NevisQ“ (Pflege & Therapie) und „Pikosch“ (Hygiene).

Der Zukunftstag ALTENPFLEGE 2018 findet vom 6. bis 8. März turnusmäßig in Hannover statt.

07.04.2017 – Durchbruch in der Generalistik

Die Generalistik kommt! Nach rund einjähriger Verhandlung konnten sich die Regierungsfraktionen gestern auf einen Kompromiss bei der Reform der Pflegeausbildung einigen. Das teilten die stellvertretenden SPD-Fraktionschefs, Karl Lauterbach und Carola Reimann, mit.

Zwar hatten sich Lauterbach und sein Unionskollege Georg Nüßlein schon in der letzten Woche auf den Kompromiss verständigt, jedoch musste die SPD-Fraktion noch zustimmen. Mit dem aktuellen Kompromiss wurde der grundsätzliche Ansatz verworfen, die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Berufsbild zusammenzuführen.

Der Kompromiss sieht vor, den Einzelabschluss in der Krankenpflege abzuschaffen. In den Pflegeschulen durchlaufen die Absolventen zukünftig eine zweijährige generalistische Pflegeausbildung. Anschließend erhalten die Auszubildenden die Option, im dritten Lehrjahr die allgemeine Ausbildung mit einem bestimmten Pflegeschwerpunkt fortzusetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder der Altenpflege einen klassischen Abschluss zu absolvieren. Das Ziel ist, Fachkräfte mit einer generalistischen Ausbildung, welche darüber hinaus  einen Schwerpunkt in der Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege durchlaufen haben, künftig in allen drei Berufsfeldern einsetzen zu können.

Die Neuregelungen sollen ab 2019 gelten. Auch ein fester Evaluationsrahmen ist im Zuge der Reform geplant: Sechs Jahre nach Beginn der neuen Ausbildung wollen Gesundheits- und Familienministerium die Zahl der einzelnen Abschlüsse auswerten. Würden mehr als 50 Prozent der Auszubildenden den generalistischen Abschluss mit Schwerpunkt wählen, sollten die eigenständigen Berufsabschlüsse nicht mehr weitergeführt werden. Die Finanzierung aller Ausbildungswege soll unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds erfolgen.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass es bis zum Jahr 2030 mehr als 3,5 Millionen Pflegebedürftige geben wird. Die Reform soll die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich steigern um somit mehr Personal für die Altenpflege zu gewinnen.

Wir dürfen gespannt sein wie diese Entwicklung bei der großen Eröffnung des Zukunftstags ALTENPFLEGE am 25. April in Nürnberg von den pflegepolitischen Sprechern der Fraktionen diskutiert werden wird.

05.04.2017 – Neuer Schwung in der Pflegeberufereform

Mit Spannung wurde am vergangenen Mittwoch der Koalitionsausschuss zwischen den Regierungsparteien erwartet. Zahlreiche dringende Themen standen auf der Agenda, darunter auch die Neuordnung der Pflegeausbildung in Deutschland. Schon vor dem abgesagten ersten Termin Anfang März waren sich die Experten der Branche einig, dass der tatsächlichen Umsetzung der Generalistik nicht mehr viel Zeit bleibe, wenn diese noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden soll. Doch schon am Dienstag vor dem Koalitionsausschuss war klar: Eine Einigung bei der Pflegeberufsreform wird es im Ausschuss nicht geben. Denn die SPD-Fraktion verweigerte am Dienstagabend einen zwischen den Fraktionschefs der Großen Koalition schon ausgehandelten Kompromissvorschlag.

Dieser sah im Kern vor, dass es eine zweijährige generalistische Ausbildung für alle Pflegekräfte gibt, danach aber Kinderkrankenpfleger und Altenpfleger getrennt das letzte Ausbildungsjahr machen. Die ursprünglich vorgesehene vollständige Zusammenführung der Pflegeberufe zu einem Berufsbild wäre damit erstmal vom Tisch. Ausgearbeitet wurde der Kompromiss von Georg Nüßlein (CSU) und Karl Lauterbach (SPD). Nüßlein war es auch, der am Dienstag alleine vor die Presse trat um den Vorschlag zu präsentieren. Eine gemeinsame Präsentation von der  SPD ist von dieser kurzfristig abgesagt worden.

Man ist jedoch optimistisch. Zwar kam es vorrübergehend zu keiner Einigung, vom Tisch sei die Generalistik für diese Wahlperiode noch lange nicht. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann rechnet damit, dass es sogar noch vor der parlamentarischen Sommerpause zu einer Einigung kommen soll. Volker Kauder, Unions-Fraktionschef, ließ unmittelbar nach der Sitzung des Koalitionsausschusses wissen, dass das Thema zwar nicht im Ausschuss besprochen worden sei, sich jedoch jetzt die Fraktionen darauf einigen sollen.

Viel Zeit bleibt also nicht mehr, um sich umfangreich über alle notwendigen Veränderungen, welche mit der Generalistik einhergehen, zu informieren. Nutzen Sie dafür die Expertise des Zukunftstags ALTENPFLEGE 2017. Beispielsweise finden Sie in V17: „Spannungsfeld Pflegeausbildung“, alles zu den notwendigen Kompetenzen für eine zukunftsfeste Altenpflege. Hier gelangen Sie direkt zum Vortrag.

28.03.2017 – Preview des Films „Ü100″ auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017

Der Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 steht kurz bevor! In weniger als vier Wochen bündelt der Fachkongress der Altenpflege wieder alle maßgeblichen Kräfte der Branche und entwickelt in vielfältigen Vortragsveranstaltungen und Workshops Perspektiven für die Zukunft. Das Programm ist gespickt mit zahlreichen Highlights unterschiedlichster thematischer Ausrichtung und das mit einem Ziel: Die Branche fit zu machen für die kommenden Entwicklungen der Zukunft.

Eine Entwicklung der Zukunft spielt schon heute eine übergeordnete Rolle: Wir Menschen werden immer älter. Diesem Thema nähert sich auch die erfolgreiche Dokumentarfilmerin Dagmar Wagner. Die Bayerische-Filmpreis-Trägerin erzählt in ihrem neuen Werk „Ü100“, die Geschichten von acht über Hundertjährigen und spricht mit ihnen über ihr Lebensgefühl, ihren Dialog mit Gott und sogar über Fußball. Zwischen großer Gelassenheit, absoluter innerer Freiheit, jedoch ebenso extremen Einschränkungen und mancher Todessehnsucht, berichtet Dagmar Wagner über die aktuelle Lebenswirklichkeit der Protagonisten. Wie ist das so mit über 100 Jahren? Wie sieht der Alltag aus?

All diese Fragen werden auf dem Zunkunfstags ALTENPFLEGE beantwortet. Denn obwohl der Film erst am 6. April in den deutschen Kinos startet, können Sie diesen als Teilnehmer des Zukunftstags ALTEPFLEGE, exklusiv vorab erleben. Für den Austausch mit den Kongressteilnehmern wird die Filmemacherin Dagmar Wagner vor Ort auf dem Messegelände Nürnberg sein und zur Idee des Film-Projektes Rede und Antwort stehen. Den Trailer, weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung für dieses Ereignis finden Sie unter: https://www.zukunftstag-altenpflege.de/ü100

22.03.2017 – Technische Innovation im öffentlichen Raum

Der demografische Wandel verändert die Bundesrepublik. Zu keinem Zeitpunkt erreichten so viele Men­schen ein so hohes Alter wie heute. Neben den zweifelsohne vorhandenen Entfaltungsmöglichkeiten bzw. Potenzialen, welche sich aus einem höheren Alter ergeben können, werden jedoch auch im verstärkten Maße die Grenzen des Alters sichtbar. Dies unterstreicht beispielsweise der Vierte Altenbericht der damaligen Bundesregierung. Dieser besagt, dass mit dem fortschreitenden demografischen Wandel die Anzahl der chronisch kranken, pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen zunimmt.

Von daher ist es von zentraler Bedeutung, auch in Grenzsituationen die Lebensqualität zu erhalten. Denn ein Großteil der Betroffenen wollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Eine Chance dafür bietet die Digitalisierung, welche mehr und mehr auch den Alltag in der Altenpflege durchdringt. Zahlreiche Projekte in Deutschland nehmen sich der Verquickung von Innovation und Altenhilfe an.

Daher wird das Thema Digitalisierung in der Altenpflege auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 großgeschrieben: Der Kongress bietet diverse Vorträge zu den technischen Neuerungen im Bereich der Altenpflege. Ein Vortrag in diesem Themenkomplex ist Vortragsblock 31: „Das Bundesforschungsprojekt UrbanLife+“. Das Projekt hat sich das Ziel gesetzt, die Selbstbestimmung und Teilhabe von Seniorinnen und Senioren gerade in urbanen, öffentlichen Räumen zu verbessern. Zwar gebe es beispielsweise in den eigenen vier Wänden jede Menge Konzepte, Produkte und technische Assistenten, welche das Leben von älteren Menschen deutlich einfach machen würden, im öffentlichen Raum gäbe es jedoch noch einigen Nachholbedarf.

Mit „smarten“ städtebaulichen Objekten sollen die Menschen bedarfsgerecht technisch unterstützt und es ihnen ermöglichen werden, sich sicher im öffentliche Raum zu bewegen. Dazu gehören beispielsweise Straßenlampen, die ihre Helligkeit dem Sehvermögen der Passanten anpassen oder Systeme, die ihre Benutzer bei Schwäche- und Schwindelanfällen zur nächsten Sitzmöglichkeit leiten. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Hier können Sie sich ausgiebig über das Projekt informieren. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung zu diesem Vortragsblock finden Sie hier oder klicken Sie sich durch das Programm und melden sich für Ihre Themen an.

15.03.2017 – Personalbemessung in der Pflege

Es ist unumstritten, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Pflegeausstattung, -bedürftigkeit und Pflegequalität besteht. Von daher überraschen die Ergebnisse einer neuen Studie kaum. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Hochschule Hannover haben herausgefunden, dass ein gesetzlicher Personalschlüssel in der Pflege Arbeitsüberlastung und Qualitätsmängel lindern können. Des Weiteren, so die Ergebnisse der Studie können Vorgaben hinsichtlich Mindestbesetzungen insbesondere dazu beitragen, Schädigungen der Patientengesundheit durch schwere Komplikationen zu vermeiden. Die Studie bezieht sich im Allgemeinen auf Krankenhäuser, jedoch liegt er Bezug zur stationären Altenpflege nahe. Weitere Informationen zu der Studie finden Sie hier.

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kündigte gerade Personaluntergrenzen an, allerdings nur für pflegeintensive Klinikbereiche wie auf Intensivstationen oder im Nachtdienst. Gröhe verständigte sich gemeinsam mit Vertretern der Koalitionsfraktionen und den Ländern darauf, nachdem er die Expertenkommission „Pflegepersonal im Krankenhaus“ zur Beratung heran gezogen hatte.

Doch wie stehen die Chancen für die Einführung einer gesetzlichen Pflegebemessung in der Altenpflege? Die Ausgangslage dafür ist verzwickt. Denn nicht nur von Land zu Land kann es zu erheblichen Unterschieden in der Personalbemessung kommen, auch innerhalb von Ländern gibt es Abweichungen.

Auch der durch das PSG II unternommene Versuch, erstmals die Entwicklung und Erprobung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen zu normieren, ist aus Sicht vieler Experten noch ungenügend. Laut des Deutschen Gewerkschaftsbundes ändert daran auch das kommunale Pflegestärkungsgesetz nichts.

Informieren Sie sich auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 über die derzeitige Situation der Personalbemessung in der Altenpflege. Im Vortragsblock 8 bringt Michael Wipp Sie mit seinem Vortrag: „Pflegegrade im Praxistest – kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen bei der Personalbemessung?“ auf den neuesten Stand. Hier gelangen Sie direkt zum Vortragsblock.

08.03.2017 – Mehr Zeit für die Patienten 

Bürokratie gehört zum Regelbetrieb in Altenpflegeeinrichtungen dazu. Jedoch wird schon lange der hohe bürokratische Aufwand im Pflegealltag beklagt. Rund 13 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen Pflegekräfte mit der Pflegedokumentation. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Auf das Jahr hochgerechnet entstehen dadurch Kosten in Höhe von ca. 2,7 Milliarden Euro.

Um den Dokumentationsaufwand erheblich zu reduzieren – und das ohne fachliche Qualitätsstandards zu vernachlässigen – wurde Anfang 2015 das „Strukturmodell der Pflegedokumentation“ eingeführt. Neu war dabei beispielsweise die Ausrichtung der Dokumentationspraxis auf einen vierstufigen Pflegeprozess und die systematische Berücksichtigung der persönlichen Perspektiven der Pflegebedürftigen. Den Einstieg in den Pflegeprozess bildet die neue „Strukturierte Informationssammlung“ (SIS). In der SIS werden die Wünsche der Pflegebedürftigen, die Beurteilung der Pflege- und Betreuungsbedarfe durch die Pflegefachkraft sowie die individuellen pflegerelevanten Risiken dokumentiert. Aus den in der SIS dokumentierten Erkenntnissen ergeben sich im nächsten Schritt die Maßnahmenplanung sowie die Festlegung von Evaluationsdaten. Im Fokus steht also die fachliche Kompetenz der Pflegenden, an Stelle von schematischen Dokumentationsroutinen.

Entwickelt wurde das Modell durch die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Experten und Praktikern aus der Pflegepraxis. Für eine vereinfachte Implementierung des Strukturmodells, ist das Projektbüro „Ein-STEP“ ins Leben gerufen worden. Über „Ein-STEP“ können sich interessierte ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen als Teilnehmer bei der bundesweiten Umsetzung der neuen Pflegedokumentation registrieren lassen. Am 28.02.2017 waren etwa 5.050 ambulante Pflegedienste und etwa 5.900 stationäre Einrichtungen beim Projektbüro angemeldet. Damit beteiligen sich bereits 41Prozent der 12.300 Pflegedienste und 47,6 Prozent der 12.400 Pflegeheime am Projekt. Die Gesamtteilnahmequote der 24.700 Diensten und Einrichtungen beträgt damit 44,3 Prozent.

Auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 werden in Vortragsblock 6: „Entbürokratisierung“ durch Dr. Grit Braeseke und Elisabeth Beikirch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der Implementierung sowie die Leitfäden zur Umsetzung des Strukturmodells vorgestellt. Hier gelangen Sie direkt zum Vortrag.

01.03.2017 – Honorarkräfte in Pflegeheimen

Der vorhandene Fachkräftemangel macht Gesundheits- und Sozialunternehmen in allen Bundesländern zu schaffen. Wenn es zu  höheren Ausfallzeiten kommt, sind auf Grund der dünnen Personaldecke die bereits vorhandenen Lücken oftmals kaum mehr zu stopfen. In diesen Fällen ist in der Vergangenheit, teilweise auch heute, auf Honorarkräfte zurückgegriffen worden.

Jedoch kann es dabei zu sozial- und strafrechtlichen Konsequenzen kommen: Diverse Landessozialgerichte haben für eine Sozialversicherungspflicht von Pflegekräfte entschieden. Begründet wurde das Urteil mit der Einteilung einer Honorarpflegekraft in einen Dienstplan und die spezifische Tätigkeit. Dies führe zu einer weisungsgebundenen Eingliederung der Pflegekraft in eine Klinik. Auch würden sie selbst keine eigene Betriebsstätte aufweisen und kein Unternehmerrisiko tragen. Daher lägen überwiegend Merkmale vor, welche für ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis sprächen.

Kann also die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bei einer Betriebsprüfung eine fehlerhafte Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen seitens der Arbeitsgeber nachweisen, können hohe Nachforderungen geltend gemacht werden. Prüfungen finden durch die DRV regelmäßig, also mindestens alle vier Jahre, statt.

Doch welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es, mögliche hohe Nachzahlungen zu vermeiden? Und welche Vorteile haben Heime, wenn sie proaktiv die Prüfung begleiten oder sogar herbeiführen? In verschiedenen Fallgestaltungen geht der Workshop „V27 – Honorarkräfte in Pflegeheimen“ auf diese und weitere Fragen auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 ein. Der Workshop zeigt darüber hinaus Maßnahmen zur sozialversicherungs-, steuer- und strafrechtlichen Enthaltung der Einrichtung auf.

Melden Sie sich noch heute an. Hier gelangen Sie direkt zum Workshop.

15.02.2017 – Die Generalistik polarisiert noch immer

Die Reform der Pflegeberufe polarisiert und teilt die Branche seit geraumer Zeit in Befürworter und Gegner der Generalistik. Die generalistische Pflegeausbildung sieht u.a. die Vereinheitlichung der bisher getrennten Ausbildungen zur Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege vor, welche zukünftig mit der Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ abgeschlossen wird. Um den Altenpflegeberuf attraktiver zu gestalten, soll das Pflegeschulgeld bundesweit abgeschafft werden und die Auszubildenden eine Vergütung erhalten.

Jedoch kann sich die Regierungskoalition nicht über die Details der geplanten Reform einigen und gerät nun ziemlich unter Zeitdruck, denn die Wahlperiode endet in diesem Jahr. Würde es zu keiner Einigung kommen, könnte das Gesetz nicht verabschiedet und damit womöglich für für lange Zeit aufgeschoben werden. Nun soll der Koalitionsausschuss von Union und SPD über das Schicksal des Gesetzesvorhabens befinden.

Hier erhalten Sie mehr Informationen zu den Verhandlungen innerhalb der Koalition zwischen der Union und der SPD.

Doch gibt es einen Masterplan für eine altengerechte Pflegeausbildung? Zur Klärung dieser und weiterer Fragen, findet auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE der Vortragsblock 17: „Spannungsfeld Pflegeausbildung“, unter der Moderation von Monika Gaier statt. Infomieren Sie sich über zentralen Kompetenzen für eine zukunftsfeste Altenpflege oder melden Sie sich noch heute an. Hier gelangen Sie direkt zum Vortrag.

08.02.2017 – Menschen mit Demenz in Akutkrankenhäusern

Die steigende Zahl an Demenzpatienten wird auch für die Akutkrankenhäuser zu einer wachsenden Herausforderung. Derzeit ist der Klinikalltag kaum auf Menschen mit Demenz eingestellt. Denn häufig tritt Demenz als Nebendiagnose zu der akuten Erkrankung der Patienten auf. Um diesem Umstand gerecht zu werden, sind besondere Behandlungskonzepte von Nöten.

Zur Unterstützung von Akutkrankenhäusern bei der Entwicklung und Umsetzung von spezifischen Konzepten für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, hat die Robert-Bosch-Stiftung das Programm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ ins Leben gerufen.

Auch auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 findet das Thema in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung besondere Berücksichtigung. Im Vortragsblock 28, mit dem Titel: „Schnittstelle Pflege: Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ informieren Experten aus Praxis und Forschung u.a. über die Herausforderungen bei der Versorgung von Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen und zeigen Lösungskonzepte in Form von unterschiedliche Vorträge zum Thema Demenz und Akutkrankenhäusern auf. Hier gelangen Sie direkt zum Vortrag.

01.02.2017 – Die Pflegestatistik 2015 – Der Trend geht zur Ambulantisierung

Am 16. Januar 2016 veröffentlichten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die Pflegestatistik 2015. Neben der grundsätzlichen Erkenntnis, dass die Zahl der Pflegebedürftigen seit 2013 um 8,9% auf 2,86 Mio. gestiegen ist, wuchs ebenfalls der Anteil der Zuhause versorgten Pflegebedürftigen auf rund drei Viertel (73 % oder 2,08 Millionen) aller Patienten an. Auch weitere 692 000 Pflegebedürftige lebten in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt.

Damit bestätigt sich der Trend der zunehmenden Ambulantisierung des Pflegesektors, denn immer mehr Menschen wollen bei Eintritt in die Pflegebedürftigkeit im eigenen Heim wohnen bleiben. Um ganze 11,6 Prozent hat die Pflege in den eigenen vier Wänden zugenommen, was auch auf die Reformen der Pflegeversicherung zurückzuführen ist. Doch wie gelingt ein erfolgreiches Schnittstellenmanagement bei der Koordination von kooperierenden Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten, Beratungsstellen und natürlichen den Angehörigen?

Informieren Sie sich darüber auf dem Zukunftstag ALTENPFLEGE 2017 durch den Vortragsblock 24: „Ambulantisierung stationärer Einrichtungen“ moderiert von Herbert Maul. Hier erhalten sie ausführliche Informationen zum Vortrag oder schauen Sie sich die Pflegestatistik 2015 direkt an.

11.01.2017 – Das Programm des Zukunftstag Altenpflege 2017 wird noch umfangreicher

Werfen Sie doch einen Blick auf das Programm des Zukunftstags ALTENPFLEGE 2017. Das Programm des dreitägigen Kongresses wurde von Vincentz Network in enger Zusammenarbeit mit den Partnern entwickelt. Bei einer großen Beiratssitzung mit allen Partnern in Berlin im August 2016 wurde hierfür viel diskutiert, Leitlinien gesetzt und Themen ausgearbeitet.

Das Resultat kann sich sehen lassen. Das Programm ist in der Zahl der Veranstaltungen noch umfangreicher ist als im Jahr 2016: über 80 Vorträge, in denen rund 90 Referenten ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen sowie zielführende Strategien für die Zukunft der Altenpflege aufzeigen. Das breite Themenspektrum verspricht einiges an Zündstoff, aber vor allem auch lösungsorientierten Dialog. Als weitere Elemente kommen der „Tag der Wohnungswirtschaft“ und der Branchentreff „Außerklinische Intensivpflege“ hinzu, jeweils als ganztägige Veranstaltungen parallel zum Programm des Zukunftstag. Klicken Sie sich durch und melden Sie sich an für die Themen, die Sie bewegen. Wir freuen uns auf Sie!

Error: Only up to 6 widgets are supported in this layout. If you need more add your own layout.